5. – 13. Schuljahr

Rezensionen

Planen, Durchführen und Auswerten
Ein Grundlagenwerk mit hohen Ansprüchen
Rainer Schröter
Planung, Durchführung und Auswertung von Sportunterricht
Schneider Verlag Hohengehren 2016
ISBN: 978-3-8340-1632-4
211 Seiten; 19,80 €
Rainer Schröter war Lehrer für Englisch und Sport an einer Gesamtschule und einem Oberstufengymnasium im Landkreis Kassel. Die letzten 17 Jahre seiner beruflichen Tätigkeit war er bis 2010 Fachseminarleiter für Sport am Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien in Fulda. Grundlage seiner Anregungen bildet das allgemeine „Unterrichtskonzept des erziehenden Sportunterrichts mit der zentralen übergreifenden Zielsetzung, Schüler zu einer umfassenden Handlungsfähigkeit im Sport zu befähigen (S. 1). Was genau sich der Autor darunter vorstellt, bleibt offen. In der Einleitung kündigt er einen starken Praxisbezug im Sinne einer Anwendungsdidaktik an, die Lehrkräfte nicht mit überfrachteten Ansprüchen überfordert, sondern realistische Vorschläge für die Arbeit an Schulen liefert.
Was das Cover mit zwei Fotos von Leitungssportlern bereits erwarten lässt, setzt sich im Inhaltsverzeichnis fort: Es zeigt sich auf den ersten Blick eine Dominanz körperlich-motorischer Fähigkeits- und Fertigkeitsentwicklung sowie eine Konzentration auf traditionelle Sportarten wie die großen Sportspiele, Leichtathletik und Turnen. Auch dass der Autor die Sachstrukturanalyse in das Zentrum seiner Überlegungen stellt – auch wenn er versucht, in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Lerngruppenanalyse zu stärken und den Blick neben „der Sache auch auf die Schülerinnen und Schüler zu richten zeigt die traditionelle Ausrichtung seiner Anregungen zur Planung, Durchführung und Auswertung von Sportunterricht. Ob diese starke Fokussierung auf motorisch-körperliches Lernen im Sportunterricht den Zielen eines erziehenden Sportunterrichts gerecht wird, sollte durchaus kritisch hinterfragt werden.
Nach der Einleitung folgen vier Kapitel zur Planung von Sportunterricht. Dabei betont Rainer Schröter immer wieder die Berücksichtigung der Schülerperspektive bei der Planung, wohl um den Hauptkritikpunkt an der Sachstrukturanalyse zu entkräften. Die Ausführungen zur Sachanalyse sind fundiert und gründlich. Sie beziehen die Schülerperspektive konsequent mit ein und zeigen ein fundiertes Fachwissen des Autors in Bezug auf die in den Unterrichtsbeispielen aufgeführten Sportbereiche. Wer Hinweise zur Sachstrukturanalyse sucht, die in ihrer Bedeutung für die Planung des Sportunterrichts sicher heutzutage etwas weniger Beachtung findet, wird in Kapitel 2 fündig. Die Überlegungen zu den individuellen Voraussetzungen der Lernenden werden vor allem dahingehend betrachtet, inwiefern sie das Erreichen körperlich-motorischer Zielsetzungen im Sportunterricht begünstigen oder behindern. Da geht es beispielsweise darum, dass „im Geräteturnen der Felgaufschwung eingeführt werden soll (S. 23). Warum Schülerinnen und Schüler gerade den Felgaufschwung können sollen und was sie an diesem Inhalt über die reine Bewegung hinaus lernen sollen, bleibt unreflektiert.
Die Kapitel 3 und 4 zur Bedeutung der Kompetenzorientierung für die Planung von Unterricht bleiben ebenfalls oberflächlich. Die Sachstrukturanalyse bildet auch hier das Zentrum der Überlegungen. Diese soll nun entlang der vier Kompetenzbereiche Bewegungs-, Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenz erfolgen. Die Grundidee der Kompetenzorientierung wird jedoch nicht mitgedacht: Es geht primär nicht darum, den Korbleger oder den Vorhand-Unterhand-Clear zu lernen, sondern an diesen Inhalten „etwas zu lernen, das über den reinen Bewegungsvollzug hinaus geht und wie dieses „Etwas aussieht, gilt es bei der Planung des Sportunterrichts angemessen zu reflektieren. Im Kapitel 5 finden Leser einen praktischen Überblick mit Fragen zur Sachstrukturanalyse, zur didaktischen Analyse und zu methodischen Überlegungen für die Unterrichtsplanung.
Die Kapitel 6 und 7 widmen sich der...

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