5. – 7. Schuljahr

Patrick Singrün

Spielfähig im Fußball

Spiele und Übungen für die Orientierungsstufe

Fußball im Sportunterricht erfordert von der Lehrkraft den Umgang mit heterogenen Teams. Dieser Beitrag zeigt, wie sich in der Orientierungsstufe die Schwerpunkte auf die Weiterentwicklung koordinativer Fähigkeiten, das Lösen von Spielsituationen über Torspiele sowie die Verbesserung der fußballspezifischen Techniken setzen lassen mit hohem Spielanteil aller Lernenden.

Das Interesse von Kindern und Jugendlichen am Kicken ist nach wie vor sehr groß. Doch wie in anderen Inhaltsbereichen auch, zeigt sich bei einer Fußballeinheit im Sportunterricht oft eine große Heterogenität unter den Schülerinnen und Schülern.
Um mit dieser umzugehen, empfiehlt es sich, das Spielen-Können zu entwickeln. Dies bedeutet, technisch-koordinatives und taktisches Verständnis und Verhalten zu optimieren, damit die Schülerinnen und Schüler immer mehr eine spezielle Spielfähigkeit erlangen.
In der Orientierungsstufe sind die Schwerpunkte auf die Weiterentwicklung koordinativer Fähigkeiten, das Lösen von Spielsituationen über Torspiele und das Erlernen und Verbessern fußballspezifischer Techniken zu legen. Das entscheidende Ziel ist es, das Fußballspiel so zu vereinfachen, dass in jeder Sportstunde hohe Spielanteile gewährleistet sind, mit möglichst vielen Ballkontakten für alle Spielenden. Übungsformen sollten eher kurzgehalten werden, in denen die Fußballtechniken erlernt und geübt werden, getreu dem Motto „Vom Spielen zum Spielen und Üben.
Der methodische Schwerpunkt in einer Unterrichtseinheit Fußball sollte im Lernen durch Bewegungsaufgaben liegen, indem vielfältige Spiel- und Handlungssituationen geschaffen werden, um angemessene Lösungswege zu finden.
Die Stunden sind in drei Phasen untergliedert: Aktivierungsphase, Lern- und Übungsphase sowie Spielphase. In der Aktivierungsphase stehen die Erwärmung, Koordination mit und ohne Ball, die Ballgewöhnung und kleine, bewegungsintensive Spiele im Vordergrund. Lern- und Übungsphasen in Form von Übungen, aber auch Spielformen, werden eingestreut, um Fußballtechniken zu erlernen, zu festigen und zu variieren. Die Anzahl der Spielerinnen und Spieler sollte in abschließenden Spielphasen auf kleinen Spielfeldern reduziert werden (3:3 bis 6:6), damit die Spielintensität erhöht wird, mehr Ballkontakte geschaffen werden und das Spiel überschaubarer wird.
Der nachfolgend vorgestellte Ideenpool mit Übungs- und Spielformen zeigt, wie das Spielen-Können entwickelt werden kann, damit Schülerinnen und Schüler in ihrer Spielfähigkeit gefördert werden können.
Ballgewöhnung, Passen und Dribbeln
Ballgewöhnung, Finten und Dribbling im 1:1 bis 3:3
Ziele der nachfolgenden Übungen sind: sich mit dem Spielgerät Ball vertraut machen, die Ballführung, das periphere Sehen und die Dribbelfertigkeiten ohne und mit Gegner verbessern.
Bereits in den jüngeren Klassenstufen ist das einfache beidfüßige Dribbling wichtig. Die Dribbelgeschicklichkeit ist später Voraussetzung für das erfolgreiche Fintieren, um Gegenspieler auszuspielen und um ein Tor erzielen zu können.
Aktivierungsphase
Im Hütchenlabyrinth
Organisation:
Alle Schülerinnen und Schüler haben einen Ball, das Spielfeld 20x20 Meter ist mit Hütchen begrenzt. Im Feld sind 30 verschiedenfarbige Hütchen verteilt.
Die Lernenden führen den Ball frei mit dem Fuß, ohne sich gegenseitig zu behindern. Nach Ansage der Lehrkraft, ist der Ball kurz anzuhalten und wird danach entsprechend der Ansage weitergeführt.
Mögliche Ansagen sind:
  • Führen des Balls nur mit dem rechten/linken Fuß.
  • Wechsel zu optischen Zeichen zum Anhalten des Balls und Wechsel des Spielbeins.
  • Ballführen und sich begrüßen, dabei mit der Hand abklatschen.
  • Die Hütchen sind „Gegner, vor diesen Hütchen Finten selbstständig ausprobieren.
  • So schnell wie möglich zu einer aufgerufenen Hütchenfarbe dribbeln.
  • Bälle nach Zuruf/Blickkontakt per Innenseitstoß tauschen.
  • Auf Signal zeigt die Lehrkraft eine...

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