6. – 13. Schuljahr

Mit dem Stab durch die Luft

Stabspringen im Sand

Das Stabspringen hat eine lange Tradition. So wird in vielen Kulturbereichen beispielsweise zur Überquerung von Hindernissen oder Wassergräben mit einem Stab gesprungen. In der modernen Leichtathletik ist der Stabhochsprung eine attraktive Disziplin mit einem hohen Aufforderungscharakter.

Beginnend in der Kinderleichtathletik wird das Springen mit dem Stab durch vielseitige Sprung- und Übungsformen eingeführt. Im Allgemeinen erweitert Stabspringen die Bewegungserfahrung, verbessert die Koordination und vermittelt besondere Sprungerlebnisse und -erfahrungen. Zudem werden Kraftkomponenten (Haltekraft, Rumpfkraft), Sprungkraft und Beweglichkeit, aber auch Wagnisbereitschaft, Mut und Vertrauen gefördert. Im Sportunterricht kann das Stabspringen den Handlungsfeldern „Laufen, Springen, Werfen Leichtathletik und „Turnen an und mit Geräten zugeordnet werden. In der Unterstufe ist das Stabspringen aufgrund des guten Kraft-Last-Verhältnisses in der Regel besonders gut durchführbar.
Allerdings wird das Stabspringen im Schulsportunterricht nur selten behandelt. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen von materiellen Einschränkungen bis hin zu persönlichen Bedenken der Lehrkräfte. Was viele nicht wissen: Der Lehrweg zum Stabspringen sollte sich nicht zu stark am Technikmodell und der Bewegungsoptimierung orientieren, sondern vielseitige Aufgaben mit vor allem spielerischen und koordinativen Schwerpunkten anbieten.
Im Vorfeld zum Thema Stabspringen können bereits im Gerätturnen Körperspannung und Haltekraft geschult werden. Beispielsweise können das Bodenturnen (Handstand, Rad, Radwende etc.) oder das Schwingen am Parallel- oder Stufenbarren die für das Stabspringen benötigte Muskulatur kräftigen. Sehr motivierend sind auch das Turnen an den Schaukelringen sowie das Schwingen am Tau mit verschiedenen Varianten (von Bank zu Bank, von Kasten zu Kasten oder von Bank über den Kasten).
Springen mit Hexenritt und Affenschaukel
Für erste Erfahrungen mit dem Stab sind ein Rasenfeld, aber vielmehr noch eine Sprunggrube oder ein Beachvolleyballplatz geeignete Settings. Im folgenden Beitrag werden zwei Doppelstunden ab der sechsten Klassenstufe (reguläre Klassengröße von ca. 25 Schülerinnen und Schülern) beschrieben, die eher das Springen mit dem Stab in die Weite als in die Höhe thematisieren. Erste Sprünge in die Höhe geben einen Eindruck von der späteren Technik. Am Ende der Einführung beherrschen die Schülerinnen und Schüler den Griff des Stabs, das Anlaufen mit Stab sowie den Stabsprung ins Sandfeld. Zudem können sie ihre Körperlage im Kurzflug koordinieren und sicher landen. Alle beschriebenen Übungen sind so differenzierbar, dass auch übergewichtige Schülerinnen und Schüler oder Schülerinnen und Schüler mit einer geringen Haltekraft bzw. Rumpfstabilität mitmachen können.
Als Stäbe eignen sich entweder Stabhochsprung-Übungsstäbe (kleinere Stäbe speziell für Kinder und Jugendliche) oder Bambusstäbe mit einer Länge von 2,50 bis 3 Metern und 35 bis 50 Millimetern Durchmesser. Letztere sollten zur besseren Handhabung mit Isolierband umwickelt und am Einstichende mit einem aufgeschlitzten Tennisball versehen werden. Aus Sicherheitsgründen sollte der Einsatz von Bambusstäben über die Schulleitung mit der gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) bzw. den Unfallkassen der Bundesländer abgeklärt werden. Alternativ können Stabhochsprung-Übungsstäbe über Leichtathletikvereine ausgeliehen werden.
1. Doppelstunde: Stabgewöhnung und erste Sprünge in den Sand
Unterrichtsgespräch Einstieg
Material: Stab
Zu Beginn der Doppelstunde werden die Schülerinnen und Schüler per Unterrichtsgespräch in das Thema Stabspringen eingeführt. Die Lehrperson fragt zunächst das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler ab: In der Leichtathletik gibt es neben Weitsprung und Hochsprung noch weitere Sprungdisziplinen. Welche fallen dir ein? Hast du schon mal gesehen, wie eine Person...

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