5. – 6. Schuljahr

Matthias Michaelsen

Schwimmend im Wasser tanzen

Im Hallenbad spielt die Musik

Mit Musik geht Vieles leichter. Auch für das Schwimmenlernen, wenn Schülerinnen und Schüler ihren Körper im Wasser als ohnehin leichter als sonst empfinden und sich ohne Boden unter den Füßen völlig neuen Herausforderungen gegenübersehen, können diese positiven Effekte genutzt werden. Die Musik kann helfen, Freude zu empfinden, Vertrauen zu vermitteln und Angst und Unsicherheit abzubauen.

Fakt ist, dass der Wunsch, im Sportunterricht Musik zu hören beinahe tagtäglich aufkommt. Ob beim zwanglosen Auf-wärmen zu Beginn des Unterrichts, der Tanz- oder Aerobic-Einheit, wenn sich zu einer Choreographie bewegt werden soll oder beim Ausdauerlauf, wenn gern mit eigenen Kopfhörern im Ohr der individuelle Flow geschaffen werden soll, um sich zu motivieren, die (manchmal ungeliebte) Langstrecke zu bewältigen alles bitte sehr gern mit Musik! Diese kann auch beim Schwimmen motivieren und ermutigen.
Was den Schwimmlernprozess anbetrifft, wissen wir, dass er eng mit dem Begriff der Schwimmsicherheit verbunden ist. Das bedeutet, dass wir denjenigen, die das Schwimmen richtig erlernt haben, attestieren, dass sie sich sicher im Wasser bewegen können und über Kernkompetenzen wie das (Hinein-)Springen, das Ein- und Ausatmen und das Tauchen verfügen. Ob die eng mit diesem Begriff der Schwimmsicherheit verbundenen Schwimmabzeichen Seepferdchen und Bronze wirklich aussagekräftig genug sind, um zu behaupten, das Kind könne seinen Körper im Wasser jederzeit und allerorts sicher beherrschen und sei überall vor Gefahren oder dem Ertrinken geschützt, bleibt allerdings umstritten.
Auch deshalb haben erst jüngst die Kultusminister unser aller Bundesländer zusammengesessen und weiterführende Überlegungen angestellt. In jedem Fall seien die sogenannten Grundfertigkeiten (Atmen, Tauchen, Springen, Gleiten, Fortbewegen) zu stärken und im Lernprozess noch mehr Wert auf eine allumfassende Wassergewöhnung und -bewältigung zu legen.
Dieser Vorschlag ist löblich und kann helfen, wahre Schwimmsicherheit zu erlangen, wenn die Übenden ausreichend Zeit bekommen, sich im und unter Wasser auszuprobieren und mit den physikalischen Eigenschaften des Wassers experimentieren dürfen. Im Schwimmunterricht an den Schulen ist es sinnvoll, Musik als motivierendes, sinnstiftendes Element in solche Unterrichtsphasen einzubauen, bzw. einmal das Stundenthema komplett auf Schwimmbewegungen zur Musik zu lenken, um zusätzliche Motivation auf Schülerseite herauszufordern. Auch ist gewollt, noch unsicheren Lernenden oft noch vorhandene Ängste während des Aufenthalts im Wasser nehmen zu können.
Grundlagen mit dem Wassertanz legen
Vor der ersten Unterrichtsstunde
Es gilt herauszufinden, welche Wasserfläche (stehtiefes Nichtschwimmerbecken und/oder tiefes Schwimmerbecken) zur Verfügung steht und über welche Musikabspielgelegenheiten das Schwimmbad verfügt. Da in den meisten Bädern ohnehin Angebote zu Wassergymnastik, Aquajogging oder Aquaback (Fitnesstraining an im Wasser befindlichen Geräten) existieren, bei denen auf musikalische Untermalung zurückgegriffen wird, sollte es ein Leichtes sein, die gewünschte Musik über die Hallenlautsprecher abspielen zu können. Auch möglich und praktikabel, insbesondere in größeren Bädern mit unterschiedlichen, teilweise abgetrennten Aufenthaltsbereichen, ist die Nutzung eines tragbaren CD-Spielers mit großen Boxen (sog. Ghettoblaster). Die Möglichkeit, über Handys oder MP3-Player heruntergeladene Musik über mitgebrachte kleine Lautsprecher zu präsentieren, mag in einem kleinen, absolut ruhigen Hallenbad gegebenenfalls funktionieren, sollte aber aufgrund der in jeder Schwimmhalle obligatorischen Akustik zuvor auf die Durchführbarkeit hin geprüft werden.
In diesem Beispiel gehen wir davon aus, dass sowohl flaches als auch schwimmtiefes Wasser für den Unterricht vorhanden sind. Je nachdem, auf welche Ressourcen die Lehrperson im jeweiligen...

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