1. – 13. Schuljahr

DETLEF KUHLMANN

Schule in Bewegung

Memorandum zum Schulsport in neuer Fassung vorgelegt

Ein „Memorandum zum Schulsport hat es zuletzt im Jahre 2009 gegeben. Das ist genau zehn Jahre her. Jetzt liegt eine aktualisierte Fortschreibung vor, an der Verantwortliche aus dem Deutschen Sportlehrerverband (DSLV), der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs), dem Fakultätentag Sportwissenschaft (FSW) und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) mitgewirkt haben. Die Federführung lag beim Präsidenten des DLSV, Michael Fahlenbock (Wuppertal). Das neue „Memorandum Schulsport (Originaltitel) wurde Mitte November auf der Hauptversammlung des DSLV unter Mitwirkung der Autorin (Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper für den DOSB) und der weiteren Autoren (Prof. Dr. Eckart Balz für die dvs, Boris Rump für den DOSB und Prof. Dr. Detlef Kuhlmann für den FSW) der (Fach-)Öffentlichkeit vorgestellt.
Solche Memoranden zum Schulsport haben in der Bundesrepublik Deutschland eine lange Tradition. Erste Initiativen zur Stärkung und Förderung des Schulsports lassen sich bis in die 1950er-Jahre zurückverfolgen und sind eng mit dem damaligen Deutschen Sportbund, eine der Vorgängerorganisationen des heutigen DOSB, verbunden. Wenn man so will, hat sich dabei der DSB als „Anwalt des Schulsports positioniert und u.a. die „Empfehlungen zur Förderung der Leibeserziehung in den Schulen (1956) und das „Memorandum zum Stand der schulischen Leibeserziehung (1965) sowie das „Aktionsprogramm für den Schulsport (1972) auf den Weg gebracht.
Bei dem jetzt vorliegenden Memorandum handelt es sich nicht um eine völlige Neufassung, sondern nur um eine Fortschreibung, in die aktuelle Entwicklungen im Schulsport bzw. solche, die Einfluss auf den Schulsport haben, eingeflossen sind. Dazu wurde jetzt auf einzelne Textpassagen entweder ganz verzichtet oder es wurden an manchen Stellen neue Textteile eingearbeitet. Der Rest war quasi inhaltliche oder redaktionelle Modifizierung von Textstellen bzw. der jeweils behandelten Themen zum Schulsport. Das Ziel des neuen Memorandums, aber auch schon seines Vorgängers, bestand bzw. besteht weiterhin darin, konsensfähige Positionen und Strategien zum Schulsport vorzulegen, um daraus zukunftsweisende Impulse zur weiteren Optimierung des Schulsports auf allen Schulstufen in allen 16 Bundesländern abzuleiten.
Das Memorandum Schulsport besteht nach einer Vorbemerkung weiterhin aus vier Teilen: Ausgangslage des Schulsports (1), Ausrichtung des Schulsports (2), Akzente der Sportlehrkräftebildung und Schulsportforschung (3) mit je weiteren Untergliederungen sowie einem vierten Abschnitt als „Aufruf zum Handeln – Forderungen. Diese Forderungen beinhalten einen konkreten Handlungsbedarf zur Verbesserung der Situation des Schulsports. Der Aufruf zum Handeln richtet sich demzufolge vornehmlich an politische Entscheidungsträger auf Bundes- und Länderebene, aber auch mit kommunaler Zuständigkeit. Nicht zuletzt sind aber auch die Hochschulen und die Sportorganisationen aufgefordert, den Prozess zur Verbesserung und damit zur Zukunftsfähigkeit des Schulsports in Deutschland zu sichern und mit je eigenen Beiträgen nachhaltig zu unterstützen.
Der Abschnitt mit den Forderungen ist in vier adressatenspezifische Komplexe unterteilt, und zwar: Schule (1), Kultus- und Schulbehörden, Schulträger und Schulverwaltung (2), Hochschule, Lehrkräftebildung und Schulsportforschung (3) und schließlich Gemeinnütziger Sport, Sportorganisationen (4). Die darin jeweils enthaltenen Forderungen lauten beispielsweise für den Komplex Schule (etwas verkürzt) so:
 Schulsportentwicklung kann nur gelingen, wenn die erforderlichen Ressourcen und Rahmenbedingungen für eine Weiterentwicklung bereitgestellt werden. Die Initiative für Veränderungen muss von jeder Einzelschule ausgehen. Nicht nur die (Sport-) Lehrkräfte sowie die Schülerinnen und Schüler sollten dabei einbezogen werden.
 Sport- und Bewegungserfahrungen machen Kinder schon vor...

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