1. – 13. Schuljahr

DETLEF KUHLMANN

Tore im Torgarten erzielen

Eine Idee für das Schulfest, die Pausengestaltung oder den Unterricht

Das Werfen und Schießen von Bällen hat nach wie vor einen hohen Aufforderungscharakter für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene sei es in den bekannten und beliebten Ballspielen oder einfach nur mal so zwischendurch beim Treffen eines vorgegebenen Ziels. Am besten gelingt dies natürlich auf richtige Tore. Aus mehreren Toren lässt sich drinnen oder draußen dann sogar rasch ein Torgarten herrichten. Dieser Beitrag möchte daher zum „Tore im Torgarten erzielen (gemäß Titel) einladen. Dabei ist es zunächst egal, ob die Bälle per Fuß geschossen oder per Hand geworfen werden.
Der Beitrag ist ein Erfahrungsbericht. Wir haben vom Kollegium aus am Institut für Sportwissenschaft der Leibniz Universität Hannover im Rahmen eines großen Uni-Sommerfestes erstmals einen solchen Torgarten draußen auf einer Wiese aufgebaut, die keine ausgewiesene Sportfläche war. In diesem Torgarten konnten sich alle interessierten Gäste des Festes – egal, ob jung oder alt, ob Studierende oder Bedienstete oder deren Angehörige beim Schießen von Fußbällen auf unterschiedlich große Fußballtore aus unterschiedlich großer Entfernung ausprobieren. Sogar der Präsident der Universität (vergleichbar mit dem Rektor einer Schule) fühlte sich angesprochen, hat mitgeschossen und mehrfach getroffen.
Im Folgenden soll daher das Konzept des Torgartens in seinen Grundzügen ein wenig erläutert werden – und zwar ausdrücklich mit dem Anspruch, den Torgarten aus Hannover anderswo in ähnlicher Weise einzurichten und örtlichen Gegebenheiten sinnvoll anzupassen. Der Beitrag kann daher als ein kleiner Ideengeber dienen, damit die Leserinnen und Leser ihren eigenen und vielleicht noch viel besseren Torgarten gestalten je nach Anlass, Möglichkeiten und Publikum. Das geht sogar im Rahmen einer Unterrichtseinheit zusammen mit Schülerinnen und Schülern, die dann ihren selbst konzipierten und erprobten Torgarten beispielsweise später bei einem Schulfest anderen präsentieren.
Schüsse auf leere Tore
Bei unserem Torgarten haben wir uns auf das Schießen von Fußbällen beschränkt und auf das Werfen von (Hand-)Bällen verzichtet. Unsere Tore waren unterschiedlich groß (vom normalen Fußballtor bis zum kleinen Indoor-Tor von einem Meter Breite). Am besten eignen sich selbstverständlich leicht bewegliche Tore, die man schnell hin und her transportieren und hier und da (auch zum vorzeitigen Ausprobieren) aufstellen kann. Nicht überall sind bewegliche Tore verfügbar. Dann ist es eher angebracht, einen Torgarten um die fest installierten Tore herum aufzubauen. Der Abschussort kann gegebenenfalls dafür jeweils verlegt werden. Auf Duelle beim Schießen haben wir verzichtet, ebenso auf einen Torwart. Alle Tore waren also leer und mussten nur getroffen werden. Wenn man so will, handelt es sich dabei dann um einen kleinen Wettkampf mit sich selbst gegen das leere Tor. Das hat bei uns dazu geführt, dass immer nur eine Person von einer Abschusslinie, die für alle Tore galt, im Torgarten unterwegs war. Ebenso ist der Torgarten natürlich auch als Stationsbetrieb denkbar. Dann können immer gleichzeitig mehrere Personen an einem Tor der Reihe nach von einer Abschussmarkierung auf ein Tor schießen.
Anlage des Torgartens
Der Reiz am Schießen auf leere Tore liegt wesentlich darin, die Entfernung von der Abschusslinie und der Entfernung des Tores so zu bestimmen, dass die Wahrscheinlichkeit, das leere Tor zu treffen, gegeben, das Unterfangen aber weder zu einfach noch zu schwierig ist. Die zweite Stellschraube, an der wir gedreht haben, war die unterschiedliche Größe der Tore, die wir jeweils in unterschiedlicher Entfernung zum Abschussort aufgestellt hatten. Dabei gilt der Grundsatz: je größer ein Tor, desto größer die Entfernung vom Abschussort und umgekehrt. Der Torgarten verdient seine Bezeichnung allein schon deswegen, weil mehrere Tore auf...

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