5. – 7. Schuljahr

Jennifer Breithecker | Florian Schweikart | Jürgen Hofmann¹ Bundeslandspezifisch ist der Sportunterricht an der betreffenden Schule von der sechsten bis zur zehnten Klassenstufe getrenntgeschlechtlich organisiert.

Spielerische Wurfschule

Leichtathletik auf dem Rasen

Leichtathletik ist eine Draußensportart und Wurfgeräte gehören auf den Rasen. Der Sommer eignet sich hervorragend, um Schülerinnen und Schüler für das Werfen im Freien zu begeistern. Die Spielleichtathletik bietet gute Anregungen, um das Werfen im Sportunterricht interessant zu gestalten.

Zu den zentralen Bewegungserfahrungen im Schulsport kann zweifelsohne das Werfen gezählt werden. Je früher Schülerinnen und Schüler mit vielfältigen Wurfsituationen in Berührung kommen, desto leichter fällt es ihnen, auch in höheren Jahrgansstufen sportartspezifische Techniken zu erlernen.
Eine grundlegende Wurfschule bereits in den unteren Jahrgangsstufen ermöglicht Schülerinnen und Schülern, in diversen Sportarten auf spielerische und freudvolle Art und Weise individuelle Erfolge zu erleben. Aufbauend auf diesen Erfahrungen, können Jungen und Mädchen langfristig zum Werfen motiviert werden.
Mit Blick auf die Lehrpläne der fünften bis siebten Klassenstufen findet sich das Werfen unter anderem im Handlungsfeld Laufen, Springen, Werfen/Leichtathletik sowie in den Bereichen Spielen und Wetteifern/Kleine Spiele und Sportspiele wieder. Die moderne Kinder- und Schülerleichtathletik bietet dabei eine Reihe attraktiver Ansätze, um das Werfen im Schulsport für alle gleichermaßen motivierend zu gestalten. Wo traditionell die Leistung, das heißt monotones und alleiniges Werfen auf Weite, im Vordergrund stand, rückt in der Spielleichtathletik das Sammeln vielfältiger Wurferfahrungen, beispielsweise beim Ziel- und Zonenwerfen unter Verwendung von Punkteskalen in Team- und Mannschaftswettbewerben, in den Fokus.
Die besondere Herausforderung für Lehrerinnen und Lehrer besteht allerdings darin, trotz einer Vielzahl spielerischer Ansätze die jeweilige Wurftechnik hier den Schlagwurf – systematisch zu vermitteln. Die folgenden beiden Doppelstunden zeigen am Beispiel einer siebten Klassenstufe mit 30 Schülerinnen¹, wie diesem Spagat aus Spielformen und Technikvermittlung begegnet werden kann. So sollen die Spielformen zu Beginn und am Ende jeder Stunde motivieren und Freude am Werfen ermöglichen. Stunde eins zielt auf die Vermittlung des Schlagwurfs aus dem Stand in korrekter Wurfauslage ab und wird in Stunde zwei zunächst um den Drei-Schritt-Rhythmus und anschließend um einen zyklischen Anlauf mit vier Schritten ergänzt.
Vom vielfältigen Werfen zum Schlagwurf
1. Doppelstunde: Verbesserung der Zielgenauigkeit
Jeder gegen jeden
Material: 4 Langbänke (alternativ 4 Pylonen) zur Spielfeldumgrenzung, 5 Softbälle
Die Schülerinnen verteilen sich gleichmäßig auf dem Spielfeld. Die Lehrkraft wirft nach und nach bis zu fünf Bälle ins Feld. Jede darf einen Ball schnappen und eine Mitschülerin abwerfen. Es dürfen maximal zwei Schritte mit dem Ball erfolgen. Wird eine Schülerin getroffen, muss diese eine Runde locker im eigenen Tempo um das Spielfeld laufen und darf sich danach zehn Sekunden (selbst leise zählen) auf eine Langbank beziehungsweise an den Spielfeldrand stellen, dabei fünfmal den Namen ihrer Abwerferin laut rufen, um dann eine weitere Runde zu laufen. Wird ihre Abwerferin getroffen, darf sie ins Spielfeld zurückkehren. Fängt eine Mitspielerin den Ball einer Werferin, muss die Werferin auf die Außenrunde, bis ihre Fängerin abgeworfen wird.
Wilde Wurflandschaft
Material: je nach Verfügbarkeit verschiedene Wurfmaterialien, z.B. Heuler, Schweifbälle, Wurfsterne, Tennisbälle, Säckchen, Wurfraketen/-speere, Handtücher mit Knoten, Tennisringe, Wurfstäbe etc., evtl. 15 Plastikkisten
Diverse Wurfmaterialien werden in mehrfacher Anzahl auf dem Boden ausgebreitet und zunächst mit der Lehrkraft gemeinsam benannt. Danach erhalten die Schülerinnen eine Plastikkiste...

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