5. – 12. Schuljahr

Mimke Carstens

Team erleben

Erlebnispädagogik auf dem Rasen

Nicht nur auf Klassenfahrten und Tagesexkursionen können erlebnispädagogische Aktionen mit einfachen Mitteln umgesetzt werden. So bietet sich der Rasen neben der Schule oder der Sportplatz an, die Schülerinnen und Schüler vor Aufgaben zu stellen, die sie hinsichtlich Kommunikation, Kooperation sowie Problemlösestrategien herausfordern und somit Lernchancen bieten.

Erlebnispädagogik geht davon aus, dass Erlebnisse einen pädagogischen Mehrwert haben können. Um diesen zu nutzen, wird mittels aufeinander abgestimmter Übungen und Reflexionsmethoden prozessorientiert an der Förderung von sogenannten Soft Skills gearbeitet. Erlebnispädagogische Methoden bieten großes Potenzial hinsichtlich der Umsetzung unterschiedlicher bildungspolitischer Ziele und können auf vielfältige Weise in schulische Zusammenhänge integriert werden. Die Stärken dieser Arbeitsweisen liegen vor allem in der Förderung überfachlicher (Sozial-)Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen.
Bei der Erlebnispädagogik geht es jedoch nicht nur um das Initiieren und Steuern von gruppendynamischen Prozessen, sondern vor allem um die methodisch fundierte Auswertung dieser Prozesse. Erst diese Reflexion der Verhaltensweisen der Schülerinnen und Schüler kann einen Transfer in den Alltag ermöglichen.
Besonders in schulischen Zusammenhängen kann Erlebnispädagogik helfen, unterschwellige Konflikte und problematische Sozialstrukturen innerhalb der Lerngruppen offenzulegen und so lösbar zu machen, an die wir als Lehrkräfte im „normalen Unterricht häufig nicht recht herankommen.
Im Zentrum der (Kooperations-)Übungen steht nicht so sehr das Ergebnis, sondern vor allem der Prozess, wie die Gruppe dort hingekommen ist. So bietet eine Übung, bei der die Lerngruppe sehr schnell und ohne „Reibungsverluste oder Konflikte zu einem guten Ergebnis kommt, wenig Entwicklungsansätze. Hat jedoch eine Klasse innerhalb einer Aufgabe große Schwierigkeiten zu überwinden und erzielt das Ergebnis erst nach vielen anstrengenden Versuchen oder am Ende gar nicht, können die Verhaltensweisen, die zum Scheitern geführt haben, in einer anschließenden Reflexion evaluiert und alternative Handlungsansätze erarbeitet werden.
Kommunizieren, kooperieren, reflektieren
Grundsätzlich könnten diese Übungen auch in einer Sporthalle oder einem leeren Klassenraum durchgeführt werden. Die Wahl einer Rasenfläche als Durchführungsort bietet jedoch zwei wesentliche Vorteile: Zum einen wird das Verletzungsrisiko vermindert, da die Schüler und Schülerinnen weicher landen, sollte jemand bei einer Übungen mal das Gleichgewicht verlieren. Zum anderen liegt eine charakteristische Stärke von erlebnispädagogischen Settings darin, dass der gewohnte Raum, etwa das Klassenzimmer, verlassen wird. Somit können in einer besonderen Arbeitsatmosphäre neue Impulse gesetzt und Veränderungen im Gruppenklima angestoßen werden.
Aufwärmen
Riesen Zwerge Zauberer
Für dieses Fangspiel wird die Gruppe hälftig geteilt. Eine ungerade Personenzahl ist für dieses Spiel kein Problem, kann aber durch die Lehrkraft ausgeglichen werden, indem diese mitspielt.
Die Lehrkraft erklärt zunächst die Regeln und zeigt die dazugehörigen Handzeichen. Das Spiel Stein – Schere Papier sollte allgemein bekannt sein. Unterhaltsamer wird es, wenn statt dieser bekannten Handzeichen Fantasiefiguren gegeneinander antreten: Riese, Zwerg, Zauberer, Hexe, Drache, Elfe, Ninja/Samurai, Ritter. Die Gruppe kann dabei selbst bestimmen, wer in der typischen Dreierkonstellation gegen wen gewinnen soll und denkt sich zu den Figuren passende Körperhaltungen und Geräusche aus.
Die beiden Gruppen müssen sich dann intern heimlich darüber absprechen, welche Figur sie für die Runde wählen. Sind beide Gruppen startbereit, stellen sie sich mit etwa zwei Metern Abstand in Reihen gegenüber auf. Auf das Kommando des Spielleiters, zeigen nun alle ihre vereinbarte Figur und müssen erkennen,...

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