5. – 13. Schuljahr

Schulsport Skateboarding

Die Grundlagen spielend auf das Schulgelände übertragen

Das Skateboard gilt noch immer als Exot im Sportunterricht. Dabei macht Skateboarding nicht nur Spaß, sondern gibt auch verschiedene kognitive und motorische Lernanlässe. Der organisatorische Aufwand mag zwar etwas höher sein, die Grundlagen dieser Rollsportart lassen sich aber auch in der Sporthalle oder auf dem Schulhof erlernen und üben. Dieser Beitrag möchte Anregungen dafür geben.

Das Skateboarding hält als Gegenstand für den Sportunterricht hartnäckig an einem Sonderstatus fest. Obwohl die von außen schwer einsichtige Szenekultur auf Lernende wie Lehrende eine anhaltende Faszination ausübt, machen die spezifischen organisatorischen Hürden die didaktisch-methodische Umsetzung der Rollsportart zur besonderen Herausforderung. Nichtsdestotrotz liefert das Skaten eine Vielzahl an motorischen und kognitiven Lernanlässen im Bewegungsfeld Rollen und Fahren (Neumann, 2019). Neben den offensichtlichen motorischen Herausforderungen im dynamischen Gleichgewicht, welche nicht nur die spezifischen Grundtechniken der Fortbewegung, sondern auch koordinativ anspruchsvolle Tricks beinhalten, bietet das Skateboarding auch kognitive Lerninhalte, zum Beispiel Sicherheitsregeln, ausgewählte Szeneinhalte oder alternative Lern- und Sozialformen.
Anknüpfend an jüngste Publikationen (vgl. u.a. Büscher, Sport & Spiel 3/2019, Muhsal, 2019) stellt sich der Beitrag der Herausforderung, antizipierte Umsetzungsschwierigkeiten mit den Ressourcen des konventionellen Schulsports zu meistern. Hierfür werden zunächst erste Lösungsansätze zur Überwindung organisatorischer Hürden in Bezug auf Raum, Zeit und Material vorgestellt. Im anschließend skizzierten Unterrichtsvorhaben wurden zunächst die Basisfertigkeiten des Anschwunggebens, Lenkens und Bremsens, aber auch essenzielle Hilfestellungen und Falltechniken deduktiv vermittelt. Diese wurden anschließend induktiv auf komplexe Spielformen übertragen, welche letztendlich als kooperative Lernprodukte präsentiert und bewertet wurden. Das gesamte Unterrichtsvorhaben wurde mit einer 7. Klasse im regulären Sportunterricht an einem Gymnasium durchgeführt, wobei sich vereinzelte Unterrichtseinheiten (UE) auch auf die Unter- und Sekundarstufe sowie andere Schulformen übertragen lassen.
Aus der Sporthalle auf den Schulhof rollen
Prinzipiell lässt sich das gesamte Unterrichtsvorhaben in einer kleinen Sporthalle oder einem abgetrennten Hallendrittel mithilfe strukturierender Organisationsformen und Aufgaben mit Lerngruppen von bis zu 30 Lernenden sicher durchführen. (K1) Besonders in der Phase der Erarbeitung der Spiele (UE 4 bis 6, siehe Material-Download) empfiehlt es sich jedoch, den Bewegungsraum nach Möglichkeit auf zwei bis drei Hallendrittel oder sogar den Schulhof zu erweitern. Bei der Nutzung von Außenanlagen ist im Vorfeld zu prüfen, dass die Wetterbedingungen und Bodenbeschaffenheiten (trocken, sauber, ebene Asphaltfläche) den Sicherheitsanforderungen entsprechen und keine Lärmbelästigung für die anliegenden Klassen entsteht. Wenn der Lerngruppe jedoch entsprechend der Vorerfahrungen und dem Lerntempo genügend Zeit zur Umgewöhnung gegeben wird, kann die Auslebung der vollen Bewegungsspannweite auf dem Schulhof zu einer besonderen Raumerfahrung werden, welche die begrenzte Sporthalle so nicht ermöglicht.
Die materielle Herausforderung stellt sich zumeist in der Beschaffung der Skateboards dar, da sie in den meisten Schulen nicht zum Standardinventar gehören. Hier sollte zunächst geprüft werden, ob beispielsweise über Fördertöpfe des offenen Ganztags Skateboards für den schuleigenen Gerätepool angeschafft werden könnten, um anschließend durch die Schülerinnen und Schüler gewartet und verwaltet und so ebenfalls im Pausensport und Sportunterricht genutzt zu werden. Vielerorts bieten sich auch Kooperationen mit Jugendzentren, Skateshops oder der lokalen Skatehalle an, die eine...

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