1. – 13. Schuljahr

DETLEF KUHLMANN

„Wie Schulen laufend besser werden

Gespräch mit dem Autor und ehemaligen Schuldirektor Ulrich Knoll

Ulrich Knoll (70) war bis zu seiner Pensionierung Leiter der Realschule am Europakanal in Erlangen, die 2010 mit dem Deutschen Schulpreis der Robert-Bosch-Stiftung in Kooperation mit STERN und ARD ausgezeichnet wurde. Ulrich Knoll unterrichtete die Fächer Deutsch, Englisch und Geschichte. Während seiner Berufslaufbahn war er u.a. auch an Schulen in Indien und in Frankreich tätig. Inzwischen hat er mehrere Fach- und populäre Sachbücher verfasst, darunter den Spiegel-Bestseller „33 Lehrer, mit denen Ihr Kind rechnen muss. Ulrich Knoll ist seit über 40 Jahren aktiver Langstreckenläufer und hat über dieses Hobby ebenfalls ein Buch mit dem Untertitel „Erfahrungen und Gedanken eines mittelmäßigen Läufers geschrieben. Ulrich Knoll lebt in Nürnberg. Das Interview führte Detlef Kuhlmann, der Ulrich Knoll auch über den Laufsport seit einigen Jahren verbunden ist.
Sport&Spiel: Fast im Jahrestakt hast du seit deiner Pensionierung Bücher über die Sorgen und Nöte der Schulen in Deutschland geschrieben. An welchem (Buch-)Projekt arbeitest du derzeit?
Ulrich Knoll: Nach meinem letzten Buch „Lustige Läufer leben länger beschäftige ich mich derzeit mit einem Buch, das den Arbeitstitel „Namaste, ihr Narren trägt. Dabei handelt es sich um eine Art Roadmovie-Skript über zwei Deutsche, die nach Indien aufbrechen, um ein anderes, sinnvolleres Leben zu beginnen – und dabei nach vielen skurrilen Abenteuern und Irrwegen in einem ihnen fremden Land scheitern. Da ist natürlich wieder viel Lustiges und Satirisches dabei, denn so leicht macht es Indien den Europäern ja nicht.
Sport&Spiel: In deinem Buch „33Lehrer, mit denen Ihr Kind rechnen muss (Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf 2015) kommen auch zwei Sportlehrer vor und nicht gut bei dir weg. Was zeichnet denn deiner Ansicht nach eine gute Sportlehrkraft aus?
Ulrich Knoll: Die „33 Lehrer sind natürlich zugespitzte, pointierte Figuren. In diesem Buch kommen nicht nur die Sportlehrer, sondern auch viele andere Lehrer und Lehrerinnen nicht immer gut weg. Nur über positive, idealtypische Pädagogen zu schreiben, wäre etwas zu dröge und würde auch keinen amüsieren, denn es geht für die Leser schließlich auch um Erinnerung und Wiedererkennen. Und wir wissen alle um Lehrer mit ihren Schrullen und Eigenheiten. Aber zurück zu den Sportlehrern: Ich habe in meiner Zeit als Schüler, Lehrer und Schulleiter tatsächlich auch viele gute, sogar außergewöhnlich gute Sportlehrer kennengelernt, wobei ich mal pauschal sagen möchte, dass die unmotivierten und desinteressierten inzwischen längst von engagierten und dynamischen abgelöst worden sind, zumindest mehrheitlich. Eine gute Sportlehrkraft ist jedenfalls diejenige, die sich über den reinen Sportunterricht hinaus an ihrer Schule für den Sport, die körperlichen Aktivitäten der Schüler und auch Lehrer einsetzt und das Schulleben sportlich aktiv mitgestaltet. Vom reinen Sportunterricht kann eine Schule, können die Schüler, viel zu wenig mitnehmen. Mal ehrlich, wir reden da über zwei, maximal drei Stunden Sport in der Woche, wenn er denn überhaupt stattfindet und nicht immer wieder mal ausfällt. Das ist absurd. Schule braucht insgesamt viel mehr Sport und Bewegung und dabei muss die Sportlehrkraft die treibende und auch integrierende Kraft sein. Eine Sportlehrkraft ist ja in den meisten Fällen im Gegensatz zu früher heute ein Sympathieträger, die jungen Leute mögen die Sportlehrer und Sportlehrerinnen in der Regel. Deshalb sollten diese über den reinen Sportunterricht hinaus Schwung und Bewegung an eine gute Schule bringen, mitten hinein in den Schulalltag, und zwar permanent. In die Pausen, in die Zwischenstunden, bei der Rhythmisierung des Schultags, also immer und überall. Das klingt aufwendig, wird aber an einer für neue Ideen offenen Schule leicht zum Alltag. Alle profitieren davon.
Sport&Spiel: In deinem Buch...

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