1. – 4. Schuljahr

Klettern kann jeder

Die Sporthalle als Kletterpark

In der hier aufgezeigten Doppelstunde werden spielerische Formen des Kletterns im Sportunterricht einer 3. Grundschulklasse vorgestellt. Dabei werden mit in jeder Turnhalle zur Verfügung stehenden Geräten Klettergelegenheiten mit hohem Aufforderungscharakter geschaffen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den entwicklungsfördernden und lebensbereichernden Aspekten des Kletterns.

Klettern und Bouldern (s. Kasten „Die Spielarten des Kletterns") liegen voll im Trend, und das zeigt sich an der ständig wachsenden Anzahl an Kletteranlagen. Laut Deutschem Alpenverein gibt es in Deutschland weit mehr als 500.000 Kletterinnen und Kletterer sowie Boulderinnen und Boulderer, die der Faszination ihres Sports aktiv nachgehen. Doch nicht nur die Anzahl der Aktiven und die Indoor-Kletteranlagen haben sich im Laufe der Zeit verändert, auch die Spielarten des Kletterns und die damit verbundenen unterschiedlichen Intentionen, mit denen heute geklettert wird, haben das ursprüngliche Bergsteigen zu einem Trendsport werden lassen. Während früher der Fels das Maß aller Dinge war und das Erreichen des Gipfels den Mittelpunkt aller Anstrengungen bildete, ist dies heute nicht mehr zwangsläufig so. Heutzutage ist durch die räumlich schnell erreichbaren und von den äußeren Bedingungen unabhängigen Indoor-Kletteranlagen vielmehr das Klettern an sich in den Mittelpunkt des Erlebens gerückt und ist somit selbst zum Maß aller Dinge geworden. Die Faszination des Kletterns ist dadurch für viele Menschen, auch weit weg von Stein und Gipfelkreuz, offen und vielfältiger erlebbar. Das Klettern hat sich somit auch für den Schulsport geöffnet und bietet bereits im Grundschulalter die Möglichkeit, Klettern als „offene Fertigkeit auf physischer, psychischer und sozialer Ebene frühzeitig erlebbar zu machen.
DIE SPIELARTEN DES KLETTERNS
DIE SPIELARTEN DES KLETTERNS
Grundsätzlich werden vier Arten des Kletterns unterschieden: Sportklettern indoor und Sportklettern outdoor, das Alpinklettern sowie das Bouldern. Das Bouldern (vom engl. boulder für Felsblock) bezeichnet das freie Klettern ohne Sicherung an Felsblöcken oder künstlichen Kletteranlagen bis zu einer Höhe, von der aus ohne Verletzungsgefahr abgesprungen werden kann.
Spielerisches Klettern im Sportunterricht der Grundschule ist auch ohne Ausflug in die Kletterhalle möglich. Mit Barren, Bänken, Weichbodenmatten und Sprossenwänden lässt sich die Schulsporthalle kreativ zu einem Kletterparcours machen (siehe Kasten „Kletterstationen"). Ein lohnendes Unterrichtsvorhaben, bietet Klettern mit seiner Bandbreite und Reizvielfalt doch eine hervorragende Möglichkeit, vielfältige und erstrebenswerte konditionelle sowie koordinative Kompetenzen zu entwickeln, sich individuell zu erproben und mit anderen gemeinsam zu erfahren.
IDEEN FÜR KLETTERSTATIONEN
IDEEN FÜR KLETTERSTATIONEN
Wandklettern
Material/Aufbau: Sprossenwand und Gitterleiterwand
Sicherungsmaterial: Seile, Matten
Bewegungsaufgabe: „Klettere an der Sprossenwand, wie du möchtest
Zusatzaufgaben: Dreipunkttechnik, Zeitlupentempo, Ober- und Untergriff, Passgang, diagonal/überkreuzend steigen und greifen, einer klettert eine Technik vor und die anderen klettern nach, Seilschaften bilden
Reibungsklettern
Material/Aufbau: An Sprossenwand und Gitterleiterwand eingehängte Langbänke und Kletterleitern
Sicherungsmaterial: Seile, Matten
Bewegungsaufgabe: „Klettere die Bank hinauf
Zusatzaufgaben: auf allen Vieren klettern, rauf und runter klettern, einen Ball mitnehmen, Hände parallel bewegen
Überhangklettern
Material/Aufbau: An Sprossenwand, Gitterleiterwand und am Barren eingehängte Langbänke und Kletterleitern
Sicherungsmaterial: Seile, Matten
Bewegungsaufgabe: „Versuche, auf der Unterseite der Bank hinaufzuklettern
Zusatzaufgaben: weit oder kurz greifen, auf und ab klettern
Gegendruckklettern
Material/Aufbau: An der Sprossenwand senkrecht fixierte Langbank bzw. Kletterstangen
Sicher...

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