5. – 13. Schuljahr

Skateboarding im Sportunterricht

Ein Unterrichtsvorhaben in der Skatehalle

Skateboarding gilt nach wie vor als trendig und hat besonders in der Skatehalle einen hohen Aufforderungscharakter. Zudem schult es Motorik und Gleichgewichtsgefühl und fördert mittels „Buddy Systems kooperative Lern- und Sozialformen. Dieser Beitrag beschreibt Methodik und Organisation dreier Doppelstunden im Skatepark.

Im Vergleich zu den frühen Trend-Pionieren, die das Skateboarding als Alternative zum Wellenreiten seit den 1970er-Jahren aus dem US-amerikanischen Raum importierten, hat sich die größte sportorientierte Jugendszene Deutschlands mittlerweile stark ausdifferenziert. Der Blick in einen zeitgemäßen Skatepark offenbart neben dem nach wie vor subkulturell gerahmten informellen Sportaktivitäten auch neue Interpretationen, zum Beispiel formal durch geschulte Übungsleiter angeleitete Anfängergruppen oder gar Skate-Athleten die leistungsorientiert auf die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2020 hintrainieren.
Im Zuge dieser deutungsoffenen Entwicklung öffnet sich das Skateboarding auch für die Didaktisierung im Schulsport. Die Rollsportart bietet nämlich eine Vielzahl an Lernanlässen, die neben den offensichtlichen motorischen Herausforderungen im dynamischen Gleichgewicht auch kognitive Lerninhalte wie ausgewählte Szeneinhalte, Sicherheitsrahmungen oder alternative Sozial- und Organisationsformen beinhaltet. Anknüpfend an die vielen fachdidaktischen Handreichungen (vgl. u. a. Lange, 2007; Hauer & Zimlich, 2012; Dorn & Görgens, 2017), soll im Folgenden ein neuer Ansatz zur unterrichtspraktischen Umsetzung des Skateboardings im szenespezifischen Setting der Skatehalle vorgestellt werden.
Auch wenn der authentische außerschulische Lernort einen besonders hohen Aufforderungscharakter besitzt, bedarf er einer gewissen Vorstrukturierung in Bezug auf die organisatorische Rahmung, Sicherheit und Methodik.
Das auf eigenen Praxiserfahrungen basierende Unterrichtsvorhaben (Abb. 1 ) fokussiert die individuelle Auseinandersetzung mit dem Skatepark als sukzessiv erarbeitete Lernaufgabe mit dem Ziel, einen individuellen Weg (Line) durch den Skateparcours der Halle zu finden und zu fahren.
Vom Drop-In über Pushing zum Kickturn
Praxisteil
Organisationsstruktur des Lehr-Lern-Settings der Skatehalle
Die sich derzeit stark vermehrenden lokalen Skatehallen sind in der Regel zentral gelegen und von den meisten innerstädtischen Schulen aus gut erreichbar. Offensichtliche Vorteile sind durch die Unabhängigkeit von Wetter, Jahreszeit und weiteren äußeren Einflüssen gegeben. Darüber hinaus sind es vor allem die nach TÜV-DIN 33946 geprüften Rampen und der besondere Bodenbelag, welche vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für alle Niveaustufen bieten. Allerdings erfordert der besondere Aufforderungscharakter auch eine gewisse Vorstrukturierung zur sicherheitskonformen Nutzung. Hierzu gehören nicht nur geländestrukturierende Absicherungen und Markierungen, sondern auch verbindliche Verhaltensregeln die gemeinsam mit der Lerngruppe schrittweise vereinbart und festgehalten werden müssen. Dieses Sicherheitskonzept wird durch die Ritualisierung des verantwortungsvollen Umgangs mit dem für viele Schülerinnen und Schüler neuen Material, welches nicht nur aus den verschiedenen Skateboards, sondern auch der vollständigen Schutzkleidung besteht, verankert. Durch die Anwendung des aus dem Snowboarding bekannten „Buddy-Systems, bei dem immer zwei Lernende eine unbekannte Bewegungsform erarbeiten und sich gegenseitig (z. B. mit Sicherungsgriffen) helfen, reicht ein halber Klassensatz an funktionstüchtigen Skateboards vollkommen aus. Auch wenn in Einzelfällen ergänzend eigene Sportgeräte aus dem Privatgebrauch mitgebracht werden können, ist der Schulsport häufig auf Leihmaterialien angewiesen, welche vor Ort durch das Hallenpersonal ausgegeben, gewartet und desinfiziert werden.
Übertragbarkeit
Sollten die Schülerinnen und Schüler...

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