1. – 13. Schuljahr

DETLEF KUHLMANN

Den Sportunterricht lieben lernen

Der frühere Tübinger Sportsoziologe Helmut Digel beobachtet den Sport

Helmut Digel
Sport. Beobachtungen zur aktuellen Entwicklung
Hofmann Verlag, 2019
ISBN: 9783778091500
242 Seiten, 24,90 €
Mit dem Namen Helmut Digel können die meisten Leserinnen und Leser sicher etwas anfangen. Die einen kennen Helmut Digel noch als renommierten Hochschullehrer, insbesondere der Sportsoziologie, vom Institut für Sportwissenschaft der Uni Tübingen und als schreibfleißigen Autor zahlreicher (Buch-)Veröffentlichungen, die anderen vielleicht eher noch als ehemaligen Präsidenten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes und langjährigen Sportfunktionär mit zahlreichen wichtigen nationalen und internationalen Ämtern. Nur ganz wenige wissen vermutlich, dass Helmut Digel einst als Handballspieler in der Bundesliga (beim SV Möhringen) aktiv war, seine Dissertation über „Sprache und Sprechen im Sport (Schorndorf, 1976) verfasst hat und nach seinem Studium eine Zeitlang als Lehrer am Karls-Gymnasium in Stuttgart die Fächer Sport und Deutsch unterrichtet hat.
Wie dem auch sei: Inzwischen ist Helmut Digel (geb. 1944) 75 Jahre alt, lebt am Chiemsee, ist aber weiterhin dem Sport und der Sportwissenschaft als kritischer Begleiter verbunden. Er betreibt z.B. eine gediegene Internetplattform unter www.sport-quergedacht.de mit mehreren Rubriken (z.B. Essays, der Galerie „Sport und Kunst, Veranstaltungen) und vielen einschlägigen Themen des Sports wie Fair Play, Olympismus, Hochleistungssport und Sportentwicklung. Helmut Digel publiziert auch nach wie vor ganze Bücher. Um sein jüngstes soll es hier und heute gehen:
Tagebuch eines Beobachters ...
Der Titel des im Frühjahr dieses Jahres erschienenen Werkes klingt fast ein wenig bescheiden: „Sport. Beobachtungen zur aktuellen Entwicklung ist es überschrieben. Wer wollte sich davon nicht gleich angesprochen fühlen, um Helmut Digels Beobachtungen mit seinen eigenen im Sport zu spiegeln Worum geht es darin genau? Man muss sich das 242-seitige Werk als eine Art Tagebuch des Autors zu bestimmten Entwicklungen im Sport vorstellen. Niedergeschrieben sind jene Beobachtungen aus dem Sport, die Helmut Digel ganz offensichtlich besonders am Herzen liegen. Äußeres Kennzeichen dafür ist die jeweilige Tages-Datierung der Texte, die im Band chronologisch angeordnet sind. Der Produktionszeitraum dieser Beobachtungen reicht zurück bis zum 1. August 2017 und endet noch ziemlich aktuell in diesem Jahr, am Sonntag, dem 27. Januar 2019.
In diesem Text von Ende Januar 2019 unter der Überschrift „Fernseh-WM ohne Endspiel beklagt sich Helmut Digel darüber, dass das Finale der Handball-Weltmeisterschaft in Deutschland und Dänemark nicht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen live übertragen wurde. Einige haben sich vielleicht auch darüber geärgert, andere haben es kaum bemerkt egal: In seiner Begründung erinnert Helmut Digel u.a. an den Bildungsauftrag der Fernsehanstalten: „Einmal mehr wird dabei deutlich, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen immer häufiger wie die privaten Sender an hohen Einschaltquoten orientiert ist und dabei den Qualitätsauftrag und die umfassende Informationspflicht vergisst, die der staatlich verpflichtete Gebührenzahler erwarten darf (Seite 243).
Insgesamt 33 solcher „alltäglichen Beobachtungen sind im Band ohne weitere thematische Zuordnung gebündelt. Jede Beobachtung steht und spricht für sich schon die Schlagworte wie Athletenmitbestimmung, Digitalisierung oder Sportfunktionär, Wirtschaftsfaktor und Leistungssportreform auf der linken inneren Einbandseite deuten die reichhaltige Palette der Beobachtungen an, denen sich der Autor jeweils knapp auf manchmal nur drei, im Ausnahmefall aber auch schon mal auf zehn Seiten widmet. Angereichert werden die Texte mit herrlich ironisch-bissigen Karikaturen des bekannten Tübinger Comic-Zeichners und Illustrators Sepp Buchegger (geb. 1948).
Anstoß zur Diskussion
Warum...

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