5. – 13. Schuljahr

Sport treiben und über Sport (vor)lesen

Sport in der Literatur ein (Unterrichts-)Thema für die Schule?

Literatur kann uns unterhalten und erfreuen, uns ärgern und schockieren, sie kann uns belehren und bilden. In der Literatur können wir fremde Erfahrungen zu unseren machen und unsere eigenen Erfahrungen mit Hilfe derer anderer Menschen spiegeln. So ähnlich hat es einmal der bekannte Berliner Romancier Christoph Hein (u.a. Der Tangospieler, Willenbrock, Glückskind mit Vater, Verwirrnis) formuliert, in dessen Romanen immer mal wieder das Sportmotiv in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen durchschimmert. Stets nur ganz kurz und einmal sogar aus der Perspektive einer verhinderten Sport-Lehrkraft. 1
Dieser Beitrag handelt vom Sport in der Literatur und von literarischen Zugängen zum Sport also von Sport-Literatur: Ist das ein willkommenes (Unterrichts-)Thema für die Schule? Zumindest ist es eines, das schon lange existiert: Die Verbindung von Sport und Literatur lässt sich zurückverfolgen bis in die Anfänge des modernen Sports. Mal ist dabei sogar von „feindlichen Brüdern (Marcel Reich-Ranicki) die Rede, weil ein Schriftsteller angeblich um sein Renommee fürchten musste, wenn er sich auf dem flachen literarischen Spielfeld des Sports bewegen würde. Demgegenüber steht heute mehr die Allianz-Hypothese, wonach sich beide (Sportler und Literat) einer besonderen Tätigkeit widmen, die zwar im Grunde keinen unmittelbaren produktiven Nutzen mit sich bringt, die aber trotzdem eindeutigen (Schreib- bzw. Spiel-)Regeln unterliegt. Beide treten in eine künstlich erzeugte (sportliche bzw. literarische) Welt ein. Dies geschieht jedoch auf höchst unterschiedliche Weise im Bild geschrieben: Was dem Literaten das unbeschriebene, weiße Blatt Papier ist, ist dem anderen das mit Linien markierte Spielfeld. Sport und Literatur beide binden sich auf ihre Weise an Zeit und Raum: Selbst Sport treiben und über Sport lesen diese Spielfelder liegen demnach ganz eng beieinander.
Texte im Text als roter Faden
In diesem Beitrag wird der Versuch unternommen, das Thema Sport und Literatur aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln in Richtung Schule zusammenzuführen. Der Beitrag versteht sich daher „nur als eine Anregung dafür, dass (Sport-)Lehrkräfte in der Schule für sich daraus ableiten bzw. später entscheiden können, ob und ggf. in welcher Form sie das weitläufige Thema Sport in der Literatur in ihrem (Sport-)Unterricht bzw. an ihrer Schule aufbereiten. Dieser Beitrag selbst zeichnet sich aber vor allem dadurch aus, dass er seinen Leserinnen und Lesern einen „Text im Text anbietet: mittelskurzer sportliterarischer „Einspieler in Form von Zitaten aus Büchern (z.B. aus Romanen, Erzählbänden, Biografien) wie dem eingangs angeführten von Christoph Hein. Diese Zitate sind einerseits „appetizer für die Lektüre des gesamten Textes, weshalb die Quelle gleich mitgenannt wird. Sie sollen aber andererseits auch die breite Palette von thematischen Zugängen bzw. sportliterarischen Bauformen etwas verdeutlichen und bieten so selbst schon einen ersten Reflexionsanlass. Die kurzen „Texte im Text sind fortlaufend nummeriert, weil sie den Haupttext wie ein roter Faden durchziehen und so jeweils im Sinne einer Referenz zugeordnet werden können. Und noch etwas: Alle Zitate sind aus neueren Publikationen, alle stammen aus Büchern, die zwischen 2016 und 2018 erschienen sind, die meisten davon sogar erst im letzten Jahr. Das könnte zugleich als ein vorsichtiges Indiz für die hohe Konjunktur gedeutet werden, die das Thema Sport in der Literatur gegenwärtig offensichtlich findet, zumal hierbei kein Anspruch auf Vollständigkeit besteht.
Literarischer König Fußball
Versucht man, das weite sportliterarische Feld grob zu vermessen, dann gehören zuerst jene Publikationen dazu, die vom Titel her unmissverständlich zu erkennen geben, dass es sich hier um Sport-Literatur handelt. Egal, ob das dann ganze Erzählbände vom Sport sind oder...

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