5. – 6. Schuljahr

Wir schwimmen Wechselzug

Die Grundlagen zur Rücken- und Kraultechnik legen

Nach der Phase der Wassergewöhnung stehen unter anderem zunehmend schwimmerische Aufgaben im Fokus des Schwimmunterrichts. Danach sehen die Lehrpläne oft das Erlernen einer konkreten Schwimmtechnik vor. Dieser Übergang gestaltet sich oft problematisch, da die Grundlagen nicht genügend gelegt wurden oder unklar ist, wie das Erlernte für eine Technikvermittlung genutzt werden kann.

Die Wechselzugtechniken Kraul und Rücken sind strukturverwandt, d. h., dass die Rotation des im Wasser befindlichen Körpers um dessen Längsachse die Hauptfunktionsphase beider Schwimmtechniken ist. Aus dieser gemeinsamen Ausgangslage lassen sich Übungen entwickeln, die das Rollen thematisieren und anhand derer man sukzessive sowohl das Rücken- als auch das Kraulschwimmen entwickeln kann. Der Vorteil dieses Lernweges ist, dass zentrale Bewegungselemente beider Schwimmtechniken von Übungsbeginn an in den Aufgabenstellungen enthalten sind und daher durch das Sammeln von Bewegungserfahrungen idealtypisch von den Kindern verinnerlicht werden können.
Besonders beim Kraulschwimmen wird zumeist nacheinander der Beinschlag (einfach), der Armzug (schwieriger) und schließlich die Atmung (sehr komplex) erprobt, dann wird versucht, die Teilbewegungen zusammenzusetzen. Da insbesondere der Atmungsvorgang beim Kraulschwimmen nicht losgelöst von den Aktionen der Arme und der Längsachsenrotation des Körpers betrachtet werden sollte, geraten Lehrkraft und Lernende oft an Grenzen, wenn die Koordination bzw. Koordinierung der Gesamtschwimmbewegung erfolgen soll. Ein häufig zu beobachtendes Problemphänomen ist dann eine suboptimale Kopfsteuerung beim Vorgang des Einatmens, das sich im Nachhinein nur noch schwer korrigieren lässt.
Vor der ersten Unterrichtsstunde gilt es unbedingt sicherzustellen, dass vor dem Erlernen einer konkreten Schwimmtechnik die geeigneten Eingangsvoraussetzungen geschaffen wurden. Das bedeutet, dass bevor Lernende sich kognitiv und motorisch mit Armzugmustern und Beinschlagabfolgen befassen, überprüft werden sollte, ob sie bereits die dafür notwendigen Bewegungserfahrungen im Wasser haben machen können. Ist das nicht der Fall, müssten Inhalte der vorgeschalteten Phase der Wassergewöhnung und -bewältigung noch einmal aufgegriffen, neu thematisiert oder vertieft werden. Hier muss die Lehrkraft im Schwimmunterricht häufig differenzierende Maßnahmen ergreifen, denn nur selten haben alle Schülerinnen und Schüler einer Lerngruppe denselben Kenntnisstand und sind nach Abschluss der Primarstufe wirklich schwimmsicher.
Vor der Technikvermittlung Grundlagen legen
Ein Hinweis vorab: Es schadet dieser Unterrichtsreihe auch keineswegs, vor der ersten Unterrichtsstunde noch einmal ausführlich Übungen zum Tauchen und Gleiten in allen Körperlagen (Bauch-, Rücken-, Seitlage), zum Schweben und Erfahren des dynamischen Auftriebs durchzuführen. Auch zwischen den einzelnen Lernschritten (Unterrichtsstunden) kann es hilfreich sein, diese und andere Inhalte immer wieder differenzierend aufzugreifen. Erst wenn die Lernenden wirklich verstanden haben, wie sie sich grundlegend kontrolliert und ohne Angst im Wasser fortbewegen können, ist es Zeit, Schwimmtechniken einzuführen. Als Erstschwimmart sollte man sich grundsätzlich für eine der Wechselzugtechniken (Rücken oder Kraul) entscheiden und das Brustschwimmen u. a. aufgrund des komplexen Beinschlags erst danach thematisieren.
1. Unterrichtsstunde
Die entspannte Rückenlage als Ausgangspunkt
Einstieg soll eine idealtypische Wasserlage bilden, die leicht einnehmbar ist und zusätzlich den gesicherten Vortrieb ermöglicht. Dazu begeben sich die Schülerinnen und Schüler in Rückenlage, wobei die Arme locker anliegend seitlich neben den Hüften platziert werden. Dass sich die Arme langgestreckt neben der Hüfte befinden, ist im weiteren Lernprozess wichtig, da von dieser Position aus...

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