9. – 13. Schuljahr

Fabian Frank

Der Kampf um den Griff

Selbstverteidung im Unterricht

Bei der Selbstverteidigung geht es darum, sich aus einer Unterlegenheit zu befreien. Es kommt weniger auf Sportlichkeit und Kraft an als vielmehr auf Technik. Das Üben dieser Techniken im Schulsport kann zudem das Selbstbewusstsein stärken vor allem das der schwächeren Lernenden.

Gewalt ist in den Medien sehr präsent und gehört auch zur Lebenswelt vieler Jugendlicher. Somit ist das Thema Gewaltprävention aus den Schulen in der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Setzt man sich mit der Vermeidung von Gewalt in jeglicher Ausprägung auseinander, dann geht es auch immer um den Umgang mit verschiedenen Konfliktsituationen. An dieser Stelle setzt die Selbstverteidigung an. In den Lehrplänen tauchen Begriffe auf wie „situative Anwendung in Übungskämpfen, oder „Grundfertigkeiten der Selbstverteidigung. Es ist wichtig, Lernende für die Themen Gewalt und Gewaltprävention im Unterricht zu sensibilisieren.
Bei der Selbstverteidigung geht es darum, sich aus einer unterlegenen Situation zu befreien. Das Augenmerk liegt nicht auf dem kontrollierten „Zerstören des Gegners, sondern vielmehr darauf, situativ zu handeln und die Situation aufzulösen. Im Übungsprozess im Unterricht hat selbstverständlich der faire Umgang mit dem Übungspartner oberste Priorität. Ein positiver Effekt der Beschäftigung mit Selbstverteidigung ist die Steigerung des Selbstbewusstseins, vor allem bei körperlich schwächeren Schülerinnen und Schülern, die in anderen Sportarten weniger herausragen. Hier sind nicht zwingend die Stärksten die Besten, sondern es geht mehr um die Techniken an sich. Neben den Sozialkompetenzen wie Fairness, Rücksichtnahme und Kooperation, erhöhen die Lernenden ihre Bewegungsintensität durch das intensive Üben von Verteidigungstechniken, wie Abwehr-, Befreiungs- oder Kontrolltechniken mit ihren Übungspartnern. Durch die Selbstverteidigung können den Schülerinnen und Schülern auch biomechanische Prinzipien und die dadurch effektiven Bewegungsabläufe verdeutlicht werden. Die im Sportunterricht aufgeführten Übungen sind einfach erlernbare Selbstverteidigungstechniken, die die Lernenden in der einen oder anderen Situation unterstützen können. Nach diesem kleinen Ausblick in die Welt der Selbstverteidigung kann mit den Schülerinnen und Schülern die Abgrenzung von anderen Kampfsportarten erarbeitet werden.
Sich aus einem Griff am Handgelenk befreien
Den Schülerinnen und Schülern wird verdeutlicht, wie wichtig es ist, sich an Regeln zu halten, um Verletzungen zu vermeiden. Zu den Regeln gehören zum Beispiel, dass die Lernenden sich bemerkbar machen, wenn sie Schmerzen oder Unwohlsein bei bestimmten Übungen empfinden. Eine weitere wichtige Regel sind eindeutige Kommandos, Start und Stopp. Übungen auf Kommando zu beenden, ist wichtig, etwa um Verletzungen zu verhindern. Dies sind Rituale, an die sich die Lernenden während der gesamten Unterrichtsreihe halten müssen. Des Weiteren ist durch das Ablegen jeglicher Art von Schmuck die Verletzungsgefahr so gering wie möglich zu halten.
Einstieg und Hinführung
Alle Lernenden befestigen fünf Wäscheklammern an ihrer Kleidung und bewegen sich frei im Raum. Die Aufgabe ist, den Mitspielern die Wäscheklammern abzunehmen und zu verhindern, dass die eigenen entfernt werden. Das Spiel kann auf Zeit gespielt werden, wer die meisten Klammern hat, hat gewonnen. Eine Variante ist: Wer alle Klammern verloren hat, scheidet aus dem Spiel aus und muss eine Sonderaufgabe erfüllen (z.B. Liegestütze).
Bewegungsspiel mit Partner
Die Lernenden gehen zu zweit oder zu dritt zusammen und fassen sich an den Händen, einem werden die Augen verbunden. Nun bewegen sie sich frei im Raum, dabei müssen sie verschiedene Hindernisse, zum Beispiel Medizinbälle, Gymnastikbälle oder Kästen überwinden oder ihnen ausweichen. Nach dem Wechsel der Partner, die blind sind, erhalten sie die Aufgaben, sich auf den Bauch zu legen,...

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