1. – 4. Schuljahr

Sophie Jeske

Wir messen unsere Kräfte

Zweikämpfe in der Grundschule ermöglichen

Viele Kinder haben das Bedürfnis, ihre Kräfte zu messen. Wenn dabei einige Grundregeln beachtet werden, können Schülerinnen und Schüler der Primarstufe in spannenden Zweikämpfen gegeneinander antreten, die sie herausfordern und in ihrer Entwicklung fördern.

(Zwei-)Kämpfe sind spannend. (Zwei-)Kämpfe fordern Schülerinnen und Schüler heraus. Zum Teil sind sie im Sportunterricht der Grundschule jedoch unterrepräsentiert. Die Gründe könnten darin liegen, dass Sportlehrkräfte den Bereich des Kämpfens und Raufens scheuen, weil sie fürchten, die Schülerinnen und Schüler könnten sich verletzen oder die Zweikämpfe ausarten. Der Kräftevergleich untereinander ist jedoch ein Bedürfnis vieler Heranwachsender.Denn der spielerische Wettstreit stellt ein Mittel dar, um über die körperliche Auseinandersetzung seine Kräfte zu messen und sich durchzusetzen.
Dies sollte ausschlaggebend dafür sein, das Kämpfen und Raufen mit seinen Chancen in den Sportunterricht einzubinden. Die Begriffe Kämpfen und Raufen werden als gleichrangig angesehen und grenzen sich von klassischen Kampfsportarten wie Judo, Karate, Ringen oder Boxen ab. Vielmehr geht es um sportartübergreifende Aufgaben und Spiele. Ziel ist es, sich spielerisch und regelgeleitet mit einem Partner auseinanderzusetzen sowie Körperkontakt bewusst zu erfahren. So soll ein rücksichtsvolles Miteinander zwischen den Schülerinnen und Schülern gefördert werden. Demnach wird bei einer praktischen Umsetzung in Form von Ring- und Raufspielen nicht nur eine physische Kompetenzentwicklung des Sportlers angesprochen, sondern es werden vor allem auch die psychosozialen Ressourcen gefördert.
Dieser Betrag zeigt eine Unterrichtsreihe zum Thema Kämpfen mit abwechslungsreichen und praxiserprobten Übungen, die den Kindern vielfältige Bewegungserfahrungen ermöglichen. Diese bauen aufeinander auf und fordern von den Lernenden einen verantwortungsbewussten Umgang mit sich selbst, aber vor allem mit dem Partner. Daher sollten für die Übungen in der Einführungsphase zunächst die Partner freiwillig ausgewählt werden. Im weiteren Verlauf des Unterrichts ist es empfehlenswert, die Übungspartner immer wieder wechseln zu lassen, um weitere Bewegungserfahrungen zu sammeln: Welche Möglichkeiten habe ich bei Kämpfen gegen eine größeren Übungspartner? Mit welchen Tricks habe ich eine Chance gegen einen schweren Mitschüler? Dadurch kann der Erfahrungsbereich für Kinder erweitert und eine Stärkung auf verschiedenen Kompetenzebenen hervorgerufen werden.
Schritt für Schritt zum Kämpfen
Körperkontakt zulassen
Beim Zweikämpfen ist Körperkontakt unausweichlich, da sich die Lernenden während des Kämpfens gegenseitig berühren oder anfassen müssen. Aufgrund individueller Erfahrungen reagieren Kinder allerdings sehr unterschiedlich auf Bewegungsaufgaben, die Körperkontakt beinhalten. Schülerinnen und Schüler müssen daher zu Beginn die Möglichkeit erhalten, Körperkontakt mit verschiedenen Partnern zu erproben und gleichzeitig Vorbehalte und Ängste abzubauen.
  • Begrüßungstanz: Die Lernenden bewegen sich zur Musik. Beim Musik-Stopp begrüßen sich die Kinder, die sich am nächsten stehen, mit einem von der Lehrperson genannten Körperteil, zum Beispiel Hand, Ellenbogen, Nase.
  • Kooperative Aufgabenstaffel: Eine Gruppe muss eine ausgewiesene Strecke überqueren; dabei dürfen nur eine bestimmte Anzahl vorgegebener Körperteile den Boden berühren, zum Beispiel drei Hände, zwei Füße.
  • Eierlegen: Eine Gruppe bildet einen engen Außenstirnkreis, in ihrer Mitte klemmen sie einen Ball ein und transportieren ihn ohne Zuhilfenahme der Hände zu einem Ziel; die Ballgröße kann variiert werden.
  • McDonald's-Spiel: Die Schülerinnen und Schüler bewegen sich frei und führen Kommandos des Spielleiters aus: Pommes (die Lernenden legen sich einzeln lang auf den Boden), Hamburger (zwei Kinder legen sich übereinander), Cola (zwei Lernende...

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